Der Einladende

Menschen sind niemals allein. Davon ist Vinzenz Pallotti überzeugt. Schon gar nicht betende Menschen. Schon gar nicht jene, die eine Beziehung zu Jesus Christus haben, der sagt: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" (Mt 18,20).

Mit einer großen und schlichten Selbstverständlichkeit lädt Vinzenz Pallotti in die Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden ein. Sein Leben gibt dabei Antwort auf die Frage: Wie denn beten? Er, der bei Mutter und Vater die Hände zu falten gelernt hat, kennt die Psalmen der Bibel, das Stundengebet der Kirche, die Gebete christlicher Tradition, die Worte, die das Herz in den Erfahrungen des Alltags formuliert, das meditative Schweigen. Und er weiß um den Geist, der in jedem Menschen betet (vgl. Röm 8,26). Der Mann aus Rom erwartet für jeden Menschen Großes von Gottes Geist. Denn jeder Mensch ist Ebenbild Gottes. Niemand ist geistlos.

An diesem Schreibtisch hat Pallotti gedacht, geschrieben und gebetet1835 hat er einen großen Traum, den er trotz mancher Widerstände und Missverständnisse in kleinsten Schritten verwirklicht: gläubige Menschen tun sich zusammen, um den Glauben und die Liebe zu vertiefen und zu verbreiten. In diesem Anliegen sind sie eins, in ihren Berufen, Lebensentwürfen, Arbeitsweisen ganz verschieden. Vinzenz Pallotti war Römer; deshalb dachte er weltweit, universal. Sein Traum der Begeisterung galt allen Menschen. Das wurde bis heute nicht volle Wirklichkeit. Doch immer gab und gibt es Gruppen von Christen, die in der Ideenwelt Vinzenz Pallottis wurzeln, sich von seiner Vision herausfordern lassen und ihr in der Vereinigung des Katholischen Apostolates eine Chance zu geben versuchen.