Die Spiritualität

Papst Johannes XXIII. spricht Vinzenz Pallotti während des II. Vatikanischen Konzils 1963 heilig. Die Pallotti-Fahne bei der Heiligsprechungsfeier

Vinzenz Pallotti hat der Unio (Vereinigung des Katholischen Apostolates) eine wunderbare Spiritualität hinterlassen: das gläubige Vertrauen, dass der unendlich liebende und barmherzige Gott den Menschen als sein Abbild geschaffen und erlöst hat.

Die Gottähnlichkeit schenkt dem Menschen eine unüberbietbare Würde; und sie bindet alle Menschen aneinander.

So besteht eine Solidargemeinschaft über alle Unterschiede hinweg. Diese Verbundenheit verlangt, dass der Mensch Gottes Liebe erwidert und sie an die Schwestern und Brüder weiter schenkt, indem er ihnen hilft, ihre Vollendung in Gott zu erreichen.

Die Selbstverpflichtung, die bei der Aufnahme in die Vereinigung ausgesprochen wird, ist lediglich öffentliches Bekenntnis zu einem Auftrag, der allen Menschen aus der gemeinsamen Gottähnlichkeit erwächst. Diese Selbstverpflichtung bindet aus Liebe.

Die apostolische Sendung der Vereinigung hat in der Gemeinschaft des dreifaltigen Gottes ihren Ursprung und ihr Ziel. Sie drängt zu einem gemeinschaftlichen Vollzug innerhalb der Communio-Struktur der Kirche. Die Vereinigung als Ganze, ihre Gliedgemeinschaften, Basisgruppen, Koordinationsgremien sind Ausdruck der verbindenden Kraft und geeinten Vorgehensweise des pallottinischen Apostolates. Alle pallottinischen Gemeinschaftsformen wollen nach dem Modell des Zönakulums den Mitgliedern helfen, Kontemplation mit Aktion zu verbinden: den apostolischen Dienst aus der Verankerung in der Liebe Gottes auszuführen. Dabei betont die Unio besonders die fundamentale Gleichheit und das sich ergänzende Zusammenspiel der verschiedenen Berufungen, ohne deren Besonderheiten zu nivellieren. So will sie "Kirche im kleinen", ein Ort gelingender Communio sein.

Unio - auf den Punkt gebracht

  • Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes mit vielfältigen Gaben, die wachsen, wenn sie belebt werden.
  • Gott, die unendliche Liebe und Barmherzigkeit, will Leben in Fülle für alle Menschen.
  • Gott wird Mensch in Jesus und als Apostel unser Vorbild.
  • Jede und jeder ist zum Apostolat und zur Heiligkeit berufen; jede und jeder ist darin einmalig.
  • Im Miteinander von Gemeinschaft erleben wir unsere Vielfalt als Reichtum; in ihr werden die unendlichen Möglichkeiten Gottes konkret.
  • Wir verstehen Unio als Modell für geschwisterliche Kirche in lebendiger Christusnachfolge am je eigenen Ort.
  • Mit Maria, der Königin der Apostel, versammeln wir uns im Zönakulum (Pfingstsaal), um uns immer wieder neu vom Heiligen Geistes erfüllen und senden zu lassen.

Wie kann das spezifische Charisma und was Unio ausmacht auf kurze und lange Sicht noch stärker als bisher zum Ausdruck kommen?

Bei der Vollversammlung des Deutschen Koordinationsrates 2013 befassten sich die Vertreterinnen und Vertreter aus den verschiedenen Bereiochen der Unio in kleinen Gruppen mit dieser Frage. So entstanden fünf Bilder, die eine Vielfalt deutlich machen, welche Spielraum für die Umsetzung mit den je eigenen Gaben lässt:

 

Die vielen Farben sprechen für die Vielfalt. Das Verbindende ist die Liebe zu Vinzenz Pallotti. Im Zönakulum finden wir zu einer Gesamtheit zusammen.

 

 

 

 

 

Gott, die unendliche Liebe, brennt und macht uns vielfältig. Sie wirkt sich aus in all den Talenten der Menschen. Gemeinsam entsteht ein Bild seiner Unendlichkeit, seiner Liebe.Wir sind Teil eines Mosaiks mit Gaben, die wir leben, mit denen wir im Ganzen einen Platz haben.

 

 

 

 

 

Wir sind am je eigenen Ort Apostel. Der Baum erhält am Wasser seine Nahrung. Menschen sind gemeinsam auf dem Weg;
aber auch Nachzügler gehören dazu. Wir alle hinterlassen Fußspuren.

 

 

 

 

 

Das Dreieck kann vieles zusammenfassen: dreifaltiger Gott; Menschenbild, Gottesbild und Kirchenbild... Das Unendlichkeitszeichen in der Mitte symbolisiert Pallotti. Wichtig ist, dass das Dreieck im Gleichgewicht ist. Wenn eine Ecke Übergewicht bekommt, hinkt das Ganze.

 

 

 

 

 

 

Der Baum erwächst aus dem Quellgrund Jesus, und wächst aus dem Stamm (Vinzenz Pallotti) zu einer Fülle und Buntheit, die Lebensraum und Nahrung/Früchte gibt. Vögel singen die Freude am gottgeschenkten Leben hinaus. Es geht darum, Gott, nicht uns selbst zu verkünden.


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