Die Zugehörigkeit

 St. Peter - Symbol für die grenzenlose Treue Pallottis zur katholischen Kirche

Zu seinen Lebzeiten erlebt Vinzenz Pallotti eine stetige, wenn auch turbulente Entwicklung seiner Vereinigung des Katholischen Apostolates. Da die Mitglieder sehr verschieden sind, denkt er an verschiedene Formen der Zugehörigkeit und unterschiedliche Organisationsstrukturen. Dabei geht es ihm nicht so sehr darum, neue Gruppierungen in der Kirche zu schaffen, als vielmehr die bereits existierenden zu beleben und ihr Apostolat wirksamer zu gestalten. Wo immer es möglich ist, fördert er die Einheit und arbeitet mit anderen im Apostolat zusammen. Die Einheit der Vereinigung soll in der gelebten Liebe und im apostolischen Eifer gründen, bei einem Minimum an Organisation.

So sieht Vinzenz Pallotti seine Unio offen für alle christlichen Lebensformen und Dienste. Ihr können Männer und Frauen, Laien, Kleriker und Ordensleute, Verheiratete und Alleinlebende angehören, wie auch ganze Pfarreien, Klöster, Kollegien, karitative Einrichtungen. Bedingung für die Mitgliedschaft ist allein das ernsthafte Bemühen um eine glaubwürdige christlich-apostolische Lebensgestaltung. Schon in ihrem ursprünglichen Kern 1835 besteht die Unio aus Laien, Ordensleuten und Priestern, die nach ihren je eigenen Möglichkeiten die Aufgaben der Vereinigung mittragen. Dabei ist es möglich und auch gefordert, "alles" Geeignete im Apostolat einzusetzen: sämtliche Formen der pastoralen und missionarischen Tätigkeit, das Gebet, finanzielle und materielle Gaben; jedes Tun und Erleiden, das gläubig und liebend vollzogen wird, dient dem Apostolat.

Anfangs teilte Vinzenz Pallotti die Mitglieder gemäß ihrem unterschiedlichen Beitrag in drei Klassen ein: Arbeiter, Beter, Spender. Doch im Laufe der Zeit erkennt er eine andere Struktur für sein Werk. 1839 kann er schließlich schreiben, dass Gott ihm die "wahre Idee" der Vereinigung des Katholischen Apostolates eingibt. Und in ausführlichen Schriften konkretisiert er sowohl vielfältige Formen der Zugehörigkeit und Bindung wie auch Organisationsformen. Da gibt es sehr unterschiedliche Gemeinschaften und Einrichtungen, die für verschiedene Aufgaben von der Vereinigung ins Leben gerufen und geleitet werden. In ihnen leben und arbeiten Männer oder Frauen zusammen. Daneben können aber auch weiterhin Einzelne und Körperschaften Mitglied der Vereinigung sein. Jede Lebensweise und Berufung soll Platz haben. Diejenigen, die sich hauptamtlich einsetzen und in Gemeinschaft leben, bilden den Motor, den zentralen und bewegenden Teil der Unio.